Wirtschaft

Japan fürchtet um seine Industrie: Yttrium aus China geht bald aus – Tokio ruft Washington zu Hilfe

China erwidert das Misstrauen der USA und ihrer Verbündeten und führt ebenfalls Restriktionen ein, um seine Technologien zu schützen. Die Exporteinschränkungen des asiatischen Lanes betreffen auch Seltene Erden, deren Mangel jetzt der Hightech-Industrie in Japan droht.
Japan fürchtet um seine Industrie: Yttrium aus China geht bald aus – Tokio ruft Washington zu HilfeQuelle: Legion-media.ru © VectorStock

In den nächsten Monaten könnte Japan laut einem Bericht der britischen Zeitung Financial Times seine Vorräte an Yttrium aufbrauchen. Der Grund sind die Einschränkungen, die China für den Export dieses Seltenerdmetalls eingeführt hat. Um negative Folgen für die heimische Industrie zu verhindern, soll die Regierung in Tokio die USA darum gebeten haben, Druck auf die Führung in Peking auszuüben, damit diese ihre Exporteinschränkungen lockert.

Wie das Blatt feststellt, ist die US-Regierung ebenfalls an einer Milderung der chinesischen Exporteinschränkungen interessiert, zumal die US-Rüstungsindustrie von Komponenten abhängt, die in Japan aus diesem Übergangsmetall hergestellt werden. Aus Daten des chinesischen Zolls, auf die sich die japanische Presse beruft, geht hervor, dass die Ausfuhr von Yttriumoxid aus dem Reich der Mitte in den Inselstaat von 51.000 Kilogramm im September 2025 auf kaum 4.000 Kilogramm im September 2026 abgestürzt ist.

Laut japanischen Beamten und Firmenchefs, die die Financial Times zitiert, könnte Japan schon bis zum Jahreswechsel mit Engpässen bei Yttrium konfrontiert werden, sollte China seine Restriktionen aufrechterhalten. Hinzu kommt noch, dass der Yttrium-Preis auf den globalen Märkten infolge der chinesischen Exporteinschränkungen stark zugenommen hat.

Am Mittwoch hat die Nachrichtenagentur AFP das Außenministerium in Peking gebeten, den Bericht der Financial Times zu kommentieren. Auf ihrem Briefing sagte die Außenministeriumssprecherin Mao Ning, ihr Land setzte die Exportkontrollen im Einklang mit den geltenden Gesetzen und Vorschriften um. Dabei fügte sie hinzu:

"Ihr Ziel ist es, eine Remilitarisierung Japans und seine Bestrebungen zu verhindern, in den Besitz von Atomwaffen zu kommen."

Dabei halte die Regierung in Peking unabänderlich an ihren Bemühungen fest, die globalen Industrie- und Lieferketten für kritisch wichtige Rohstoffe sicher und stabil aufrechtzuerhalten. Alle Parteien sollten einen konstruktiven Beitrag zu diesem Ziel leisten, betonte Mao.

Die Differenzen zwischen Peking und Tokio hatten sich vertieft, als die japanische Premierministerin Sanae Takaichi China vor einem militärischen Angriff auf Taiwan gewarnt hatte. Im November 2025 hatte die Politikerin erklärt, ein Angriff auf die Insel könnte eine Situation darstellen, die "das Überleben Japans bedrohen" und es der Regierung in Tokio ermöglichen würde, ihr Recht auf kollektive Selbstverteidigung auszuüben. Das chinesische Außenministerium warf Takaichi daraufhin eine "grobe Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas" vor. Seitdem verschärfte Peking allmählich seine Einschränkungen für Exporte nach Japan.

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