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Liveticker Ukraine-Krieg: Bundeskanzler Merz trifft überraschend in Kiew ein

Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen gegen Russland. Lesen Sie hier die neuesten Entwicklungen.
Liveticker Ukraine-Krieg: Bundeskanzler Merz trifft überraschend in Kiew ein© Urheberrechtlich geschützt / Kay Nietfeld / dpa
  • 4.10.2026 08:02 Uhr

    08:02 Uhr

    Selenskij kündigt mehr Angriffe auf russische Ölraffinerien an

    Die Ukraine will nach Angaben von Präsident Wladimir Selenskij ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien verstärken. Dies sei eine Reaktion auf eine neue russische Taktik, Einwohner Kiews und anderer Städte durch Angriffe auf die Infrastruktur zur Flucht zu bewegen, sagte der Politiker der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview. Auf russische Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung müsse die Ukraine mit Angriffen auf die russische Energieinfrastruktur reagieren, sagte er. Vor allem Ölraffinerien seien ein Ziel, weil sie Russland Einnahmen für den Krieg verschafften.

    Selenskij sagte zudem, ukrainischen Geheimdiensten lägen Dokumente über eine "neue Doktrin" des russischen Präsidenten Wladimir Putin vor. Diese erlaube demnach Angriffe auf Infrastruktur wie Straßen, Schulen und Krankenhäuser, um die Bevölkerung unter Druck zu setzen und zur Flucht aus der Hauptstadt und anderen Städten zu bewegen.

    Russlands Verteidigungsministerium beharrt stets darauf, dass es nur militärische Ziele in der Ukraine angreift.

  • 07:29 Uhr

    Bundeskanzler Merz trifft überraschend in Kiew ein

    Bundeskanzler Friedrich Merz ist zu einem Besuch in der Ukraine eingetroffen, um dem Land weitere Hilfen zuzusagen – vor allem Abfangdrohnen und weitreichende Waffen. Bei seiner Ankunft mit einem Sonderzug in Kiew sagte der CDU-Chef:

    "Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns."

    Merz wird von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmern aus den Bereichen Rüstung und Energie begleitet. Nach Angaben aus Regierungskreisen will Merz den ukrainischen Streitkräften in Kiew die baldige Auslieferung Tausender Abfangdrohnen zusichern, mit denen die besonders schnellen und daher auch besonders gefährlichen russischen Kampfdrohnen mit Düsenantrieb bekämpft werden können.

    Zudem soll die Produktion weitreichender Waffen vorangetrieben werden, mit denen Nachschublinien hinter der Front in Russland angegriffen werden können. Insgesamt sollen dafür eine Milliarde Euro aus bereits bewilligten Haushaltsmitteln freigegeben werden – und weitere 350 Millionen Euro für die Reparatur und den Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke.

    Erst am Samstagnachmittag hat das russische Außenministerium ausländische Bürger und Diplomaten vor einem Aufenthalt in Kiew gewarnt. Sie sollten die Stadt verlassen und sich vor allem nicht in der Nähe von militärischen Objekten und Regierungsgebäuden aufhalten, hieß es in einer Mitteilung. Als Grund nannte das Ministerium, dass das russische Militär als Antwort auf Terrorakte der ukrainischen Streitkräfte gegen die zivile Bevölkerung und Infrastruktur Russlands konsequent Militärziele in Kiew und in anderen Städten angreife.

  • 3.10.2026 21:00 Uhr

    21:00 Uhr

    Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!

  • 20:59 Uhr

    Spanische Polizei ermittelt gegen oppositionellen ukrainischen Journalisten

    Der ukrainische Journalist Anatoli Scharij und seine Ehefrau Olga Bondarenko werden von spanischen Behörden der Steuerhinterziehung verdächtigt. Wie das spanische Nachrichtenportal ElDiario berichtet, prüfen Ermittler den Ursprung des Vermögens und der Einkünfte Scharijs und Bondarenkos. Laut Berechnungen von beteiligten Steuerexperten könnte der Abgaberückstand für das Jahr 2018 rund 151.000 Euro und für das Jahr 2022 knapp 388.000 Euro betragen. Zusätzlich werden mögliche angebliche Verbindungen Scharijs zu russischen Geheimdiensten geprüft, so die Meldung weiter.

    Die Ermittlungen gegen Scharij sollen im Jahr 2024 auf eine Anfrage der ukrainischen Seite hin eingeleitet worden sein. Im Juli dieses Jahres wurden bei einer Durchsuchung des Hauses von Scharij unter anderem eine Pistole, rund 800.000 Euro in Kryptowährung, 20 Goldbarren und weitere Luxusgegenstände beschlagnahmt. Offizielle Anklagen wurden bisher nicht erhoben.

    Scharij und Bondarenko weisen den Verdacht zurück und behaupten, dass der Ursprung ihres Vermögens legal sei. Der seit mehreren Jahren in Spanien wohnhafte Scharij behauptet, dass er wegen seiner Kritik am Kiewer Regime verfolgt wird.

  • 20:40 Uhr

    Militärexperte rechnet mit Zermürbungsschlacht um Slawjansk und Kramatorsk

    Russlands Streitkräfte werden bei der Befreiung der letzten vom ukrainischen Militär besetzten großen Städte in der Volksrepublik Donezk – Slawjansk, Kramatorsk und Druschkowka – mutmaßlich auf eine Zermürbungstaktik zurückgreifen, erklärt der Militärexperte Andrei Marotschko. Laut Angaben der Nachrichtenagentur TASS berichtet er, dass Kiew in diese Städte zusätzliches Personal und Kriegsgerät verlege, und führt aus:

    "Der bedeutendste Frontabschnitt ist natürlich der Ballungsraum Slawjansk-Kramatorsk-Druschkowka. Ihre Befreiung wird einige Monate in Anspruch nehmen, denn jede dieser Städte ist befestigt. Und ich denke, dass Frontalangriffe hier nutzlos sein werden. Wahrscheinlich kommt die gleiche Taktik wie bei anderen Siedlungen zum Einsatz. Sie werden eingeschlossen, die gegnerischen Kräfte zermürbt und erst dann eingenommen."

  • 19:43 Uhr

    Selenskij: Ukrainisches Haushaltsdefizit gesichert, neue Rakete kurz vor Fertigstellung

    In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters behauptet der ukrainische Staatschef Wladimir Selenskij, dass es der Ukraine gelingen werde, das Defizit im Staatshaushalt bis Ende des Jahres zu decken. Dazu führt er aus:

    "Wir haben noch einige Fragen, an denen wir arbeiten müssen, doch wir werden das Defizit decken. Ich denke, dass es ein großer Erfolg für unser Land, unser Team und die EU ist."

    Zuvor hat die Zeitung Financial Times am 2. Oktober berichtet, dass die EU Kiews Anfrage über die Bewilligung zusätzlicher Gelder im laufenden Jahr abgewiesen habe. Die Ukraine bezifferte den zusätzlichen Bedarf im Militärhaushalt auf 27 Milliarden US-Dollar und bat Brüssel, Teile des für die Jahre 2026 und 2027 bewilligten Kredits in Höhe von 90 Milliarden US-Dollar sofort zu bewilligen. Laut der FT hat Kiew im laufenden Jahr lediglich 15,7 Milliarden Dollar erhalten, was auf eine zögerliche Umsetzung der von Brüssel geforderten Reformen zurückzuführen sei.

    Parallel dazu droht Selenskij, die Angriffe auf russische Ölraffinerien zu verstärken. Der ukrainische Staatschef behauptet, dass die Entwicklung des ukrainischen Marschflugkörpers FP-9 kurz vor dem Abschluss steht. Die Rakete, deren Fertigungsbeginn ursprünglich für den Sommer vorgesehen war, soll über eine Reichweite von 850 Kilometern verfügen und damit in der Lage sein, Moskau zu erreichen.

  • 19:04 Uhr

    New York Times: Kiew wegen russischer Angriffe auf Brücken vor "logistischem Alptraum"

    Russlands Angriffe auf Brücken in Kiew können einen "logistischen Alptraum" für die ukrainische Hauptstadt und das gesamte Land herbeiführen, schreibt die New York Times. Das Blatt merkt an, dass Treffer die Tragfähigkeit der Brücken beeinträchtigen und zu ihrer Sperrung führen könnten. Dabei mangele es Kiew an alternativen Übergängen über den Dnjepr. Die Nutzung weiter südlich gelegener Brücken würde große Umwege erfordern.

    Der ukrainische Infrastrukturminister Nikolai Kalaschnik kündigte am 3. Oktober nach Angaben der Nachrichtenagentur UNIAN an, dass in der kommenden Woche der Bau von Reserveübergängen über den Dnjepr begonnen werden solle. Dabei handele es sich um Dämme und Pontonbrücken.

    Zuvor hatten Russlands Streitkräfte mehrere Brücken in Kiew angegriffen, die unter anderem vom ukrainischen Militär zur Verlegung von Truppen und Kriegsgerät in den Donbass genutzt worden waren.

    Mehr zum Thema – Neue Geran-Drohnen unterbrechen strategische Brückenverbindung über Dnjepr

  • 18:05 Uhr

    Wegen Internetausfällen: Kiewer suchen nach neuen Möglichkeiten, vor Rekrutierern zu warnen

    Vor dem Hintergrund von Internetproblemen in Kiew suchen Bewohner der ukrainischen Hauptstadt nach alternativen Möglichkeiten, sich gegenseitig vor Hinterhalten der Rekrutierungsbehörden (TZK) zu warnen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Verweis auf eine russische militärische Quelle. Die Gesprächspartnerin der Agentur erklärte, dass Menschen wegen zahlreicher Misshandlungen der Wehrpflichtigen durch TZK-Mitarbeiter zahlreiche Telegramkanäle unterhalten, die von deren Bewegungsrouten berichten sowie Videoaufnahmen der Entführungen teilen.

    Seit Mitte September greifen Russlands Streitkräfte ukrainische Kommunikations- und Datenzentren an. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ermöglichen diese Objekte die Kommunikation und Verarbeitung von Aufklärungsdaten beim ukrainischen Militär. Am 23. September meldeten mehrere große Internetprovider massive Störungen des Betriebs ihrer Netze in Kiew.

  • 17:17 Uhr

    Rada-Abgeordneter: Kein EU-Beitritt in den nächsten zehn Jahren

    Die Ukraine wird in den nächsten Jahren nicht der Europäischen Union beitreten können, sagt der Abgeordnete der Werchowna Rada Maxim Buschanski. In einem Interview auf dem YouTube-Kanal Politeka Online kündigte er an:

    "Niemand nimmt uns dort jetzt an. Es wird keinen EU-Beitritt geben, es wird keinen erwartbar baldigen EU-Beitritt geben."

    Buschanski führte aus, dass ein Beitritt der Ukraine zur Union frühestens in zehn Jahren in Frage komme.

    Zuvor hatte Albaniens Ministerpräsident Edi Rama in einem Interview gegenüber Welt am Sonntag am 2. Oktober die Versprechen einer Aufnahme der Ukraine in die EU als Lüge bezeichnet und erklärt, dass das Land nach dem Regelverfahren nicht in die Europäische Union aufgenommen werden könne.

  • 16:42 Uhr

    Weiterer Frachter mit Militärgütern für Ukraine getroffen

    Ein weiteres Schiff, das Militärgüter in die Ukraine transportierte, ist bei einem russischen Drohnenangriff getroffen worden. Wie Russlands Verteidigungsministerium bekannt gibt, wurde im Hafen von Odessa ein Trockenfrachter angegriffen.

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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.