Russland

Russische Technologie – Moskauer Ärzte retten Mann die Lunge mittels endoskopischen Elektroskalpells

Spezialisten für Notfallmedizin am Sklifossowski-Forschungsinstitut haben einem Mann die Lunge gerettet, ohne seinen Brustkorb aufzuschneiden. Sie verwendeten eine Art Elektroskalpell, das zusammen mit einem Endoskop in die Atemwege eingeführt wird.
Russische Technologie – Moskauer Ärzte retten Mann die Lunge mittels endoskopischen Elektroskalpells© Pressedienst des Gesundheitswesendepartements der Stadt Moskau

Ärzte des Nikolai-Wassiljewitsch-Sklifossowski-Forschungsinstituts für Notfallmedizin haben eine eigene, patentierte Entwicklung, ein sogenanntes "Bronchialmesser", eingesetzt und einem 28-jährigen Mann ermöglicht, wieder uneingeschränkt zu atmen – ohne dafür seinen Brustkorb aufschneiden zu müssen. Dies teilte Anastassija Rakowa, stellvertretende Bürgermeisterin von Moskau für soziale Entwicklung, mit.

Im Jahr 2024 litt der Patient zunehmend unter häufigen Lungenentzündungen. Zudem traten Atemnot und Husten auf – selbst bei alltäglichen Verrichtungen. Eine Untersuchung in seinem Heimatort ergab einen Karzinoid-Tumor in den Bronchien der rechten Lunge – eine seltene Tumorart, die durch Zellmutationen entsteht. Chirurgen entfernten zwar die Geschwulst, doch eine Kontrolluntersuchung einen Monat später zeigte eine Entzündung an der Operationsstelle. Es hatte sich eine narbige Verengung der Atemwege gebildet, die den Luftstrom in den Unterlappen beeinträchtigte. Aufgrund der extrem engen Platzverhältnisse war es mit herkömmlichen Instrumenten nicht möglich, die Durchgängigkeit wiederherzustellen. (Zudem ließe sich angesichts der Krankheitsgeschichte bei einer Narbenentfernung durch erneutes Öffnen des Brustkorbs wohl auch eine erneute Narbenbildung nicht ausschließen. Anm. d. Red.)

Der Patient benötigte also einen komplexeren, individuell angepassten Behandlungsansatz und wandte sich daher an das N.-W.-Sklifossowski-Forschungsinstitut für Notfallmedizin in Moskau. Zum Zeitpunkt der Vorstellung in der Klinik in der Hauptstadt nahm der Unterlappen eines Lungenflügels bereits nicht mehr am Atmungsprozess teil. Der Patient litt zudem unter blutigem Husten. Hier kam den Ärzten der medizinischen Forschungseinrichtung ihr neues, im eigenen Hause entwickeltes Werkzeug zu Hilfe.

Moskaus stellvertretende Bürgermeisterin, offensichtlich stolz auf diese heimische medizintechnische Errungenschaft, nahm es persönlich auf sich, sie der Welt vorzustellen. Gegenüber russischen Medien erklärt Anastassija Rakowa die Funktionsweise des Instruments wie folgt: Es wird an einem Bronchoskop montiert – einem bronchengängigen Endoskop, also einem dünnen, flexiblen Schlauch mit Kamera, der durch den Mund in die Atemwege eingeführt wird – und gelangt zusammen mit diesem an die betroffene Stelle. Der Arzt erkennt auf einem Monitor die verengte Stelle und bearbeitet das Narbengewebe mithilfe des "Bronchialmessers" sofort mittels Elektrokoagulation – also der Zerstörung von Gewebe durch hochfrequenten Strom. Rakowa zählt einige Vorteile dieser Behandlungsmethode auf:

"Das Werkzeug ermöglicht es, Gewebe, das den Luftdurchsatz verringert, präzise zu schneiden und zu entfernen und so den verengten Bereich des Bronchus zu weiten.

Die Technologie erlaubt zudem die Entfernung bestimmter Tumoren und Polypen sowie eben das Durchtrennen von Narben oder Verwachsungen – alles über den Mund, ganz ohne offene Operation. Auf diese Weise gelingt es, etwa die Durchgängigkeit der Atemwege wiederherzustellen, ohne dass Schnitte am Brustkorb erforderlich sind oder gar ein Teil der Lunge entfernt werden muss."

Rakowa betonte, dass in Russlands Hauptstadt kontinuierlich moderne medizinische Technologien, Instrumente sowie minimalinvasive Behandlungsmethoden eingeführt werden, die es erlauben, komplexe Eingriffe präziser und schonender durchzuführen.

"Dies ist besonders wichtig in Fällen, in denen eine Standard-Herangehensweise die Lebensqualität eines Menschen erheblich beeinträchtigen könnte. Die Spezialisten des Sklifossowski-Instituts konnten die Lunge eines 28-jährigen Patienten dank ihrer eigenen, patentierten Entwicklung – des 'Bronchialmessers' – bewahren.

Die Experten des Instituts geben ihre Erfahrungen mit diesem Instrument an Kollegen in anderen Regionen weiter. Inzwischen wird die Entwicklung bereits in Kliniken in Nowosibirsk, Krasnodar, Krasnojarsk und Naltschik sowie in Dagestan eingesetzt."

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