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NATO übt Einmarsch in die Ukraine nach einem Waffenstillstand

Im November wird die sogenannte "Koalition der Willigen" ein neuartiges Manöver in Polen abhalten. Das Gastland Polen und seine Partnerländer wollen die Stationierung von NATO-Truppen in der Ukraine für den Fall eines Waffenstillstands üben.
NATO übt Einmarsch in die Ukraine nach einem Waffenstillstand© urheberrechtlich geschützt

Der angestrebte NATO-Beitritt der Ukraine und die mögliche Stationierung von NATO-Truppen und NATO‑Waffensystemen waren einer der Gründe für den Kriegseintritt der Russischen Föderation im Jahr 2022. Dennoch rücken manche europäische NATO-Länder auch nach viereinhalb Jahren Krieg nicht von ihrem Bestreben ab, NATO-Truppen in das umkämpfte osteuropäische Land zu verlegen. Dies soll im Rahmen einer sogenannten "Friedensmission" nach dem Erreichen eines Waffenstillstands geschehen.

Ein entsprechendes Militärmanöver hatten der französische Präsident Emmanuel Macron und der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bereits im Juni dieses Jahres angekündigt. Demnach sollten Frankreich und Großbritannien zusammen mit dem Gastgeberland Polen im Herbst 2026 die Bereitstellung von konkreten Sicherheitsgarantien für die Ukraine und die benachbarten Länder üben.

Bei dem Treffen in Paris blieb Medienberichten zufolge zunächst unklar, ob sich auch die BRD an der Herbstübung der multinationalen Truppe beteiligen würde. Erst einige Tage später kam es zu einer Bestätigung durch die Bundesregierung.

Nun konkretisiert sich das Vorhaben. Denn die britischen Medien The Times und The Daily Mail berichten am heutigen Samstag, dass sich im November 2026 mindestens 1500 Militärangehörige aus allen drei Ländern zu einer Übung der sogenannten "Multinational Force Ukraine" (MNF-U) in Polen einfinden würden. Dort wollen sie sich zusammen mit den polnischen Gastgebern auf die zu übende Verlegung europäischer Truppen in die Ukraine für den Fall eines Waffenstillstands konzentrieren.

Den Medienberichten zufolge dreht sich die Übung vor allem um Truppenbewegungen und Logistik, speziell die Versorgung der künftigen MNF-U-Kontingente mit Treibstoff und Lebensmitteln. Offizielles Ziel der "Koalition der Willigen" ist es, nach einem Ende der Kampfhandlungen mittels europäischer Streitkräfte Russland abzuschrecken. Von einer sofortigen Truppenentsendung in die Ukraine, während der Krieg noch andauert, ist zumindest in den öffentlichen Verlautbarungen nicht die Rede.

Während seiner Reise nach Washington diese Woche hatte der britische Verteidigungsminister Wes Streeting die großangelegten Manöver-Pläne bestätigt. Er wird von der Daily Mail mit den Worten zitiert:

"Nächsten Monat werden Tausende Soldaten an einer Großübung in Polen teilnehmen, um sicherzustellen, dass wir bereit sind, die militärische Ausbildung und den Wiederaufbau nach dem Krieg zu unterstützen, die die Ukraine benötigen wird."

Die Ukraine stelle "die vorderste Front für die Freiheit in der ganzen Welt" dar, so Streeting weiter. Es sei absolut entscheidend, "dass sie sich gegen Putins Aggression" durchsetze. Die beteiligten europäischen NATO-Länder würden "den Frieden und die Freiheit" planen, "die wir durch unsere Führung der Koalition der Willigen verwirklichen wollen". Worte, die kaum nach einer Friedensmission und der für gewöhnlich erforderlichen Neutralität von Friedenstruppen klingen.

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