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Brandenburg: Potsdamer Polizei überfordert mit migrantischer Jugendgewalt?

Die Polizei in Potsdam reagierte auf die steigende Zahl "von Gewalt- und Raubstraftaten" mit einer demnach notwendigen Ermittlungsgruppe. Der bekannteste Jugendklub in der Region musste notgedrungen nach "Zwischenfällen", ausgesprochenen Drohungen von migrantischen Jugendlichen, schließen.
Brandenburg: Potsdamer Polizei überfordert mit migrantischer Jugendgewalt?Quelle: Gettyimages.ru

Eltern und Jugendliche der unmittelbar an Berlin angrenzenden Stadt Potsdam klagen über zunehmende negative Ereignisse in Verbindung mit einer "offenbar migrantisch geprägten Jugendgang". In der Brandenburger Landeshauptstadt würden dabei seit Monaten laut Medienberichten vermehrt "Jugendgangs und Jugendgewalt" für Ärger und Verunsicherung sorgen. Die Polizei scheint demnach machtlos, habe jedoch laut einer rbb-Anfrage durch "gezielte Maßnahmen" schon einzelne "mutmaßliche Hauptakteure" identifiziert "und bereits festgenommen".

"Raubüberfälle von Jugendgruppen" seien laut Tagesspiegel-Recherchen (Bezahlschranke) seit Wochen "für Verunsicherung" bei den Bürgern von Potsdam verantwortlich. Die Polizei bestätigte dazu im Vormonat den Anstieg von Raubdelikten in der Innenstadt und den südlichen Stadtteilen. Weiter heißt es zu den Realitäten:

"Mehr als ein Dutzend Raubdelikte der vergangenen drei Monate folgen einem ähnlichen Muster. Die Täter sprechen ihre Opfer an und setzen sie anschließend mit Drohungen, Schlägen oder Messern unter Druck. Betroffen sind auch Kinder und Jugendliche."

Laut den veröffentlichten Pressemeldungen der Polizei kam es allein im Zeitraum bis Mitte September zu sechs Raubtaten. Ende September wurden dann "eine 15-Jährige und ihr 13-jähriger Begleiter" laut Polizeimeldung von einer "etwa zehnköpfigen männlichen Jugendgruppe" verbal und körperlich attackiert, nachdem diese E-Zigaretten gefordert hatten. Der 13‑Jährige wurde bedroht "und nach Gegenständen durchsucht".

Anfang Oktober lautete eine weitere Meldung, dass "etwa zehn Unbekannte" einen Jugendlichen umringt, "geschlagen und getreten haben, sodass der 19-Jährige verletzt wurde". Zuletzt wurden am 6. Oktober drei junge Menschen "von etwa zehn Unbekannten auf offener Straße zusammengeschlagen", so die Meldung. Ein Focus-Artikel erwähnt dabei ein weiteres aktuelles Ereignis:

"Einer der krassesten Vorfälle ereignete sich am letzten Septemberwochenende in einer Villengegend in Berlin-Wannsee. Konkret: in Kohlhasenbrück, direkt an der Grenze zu Potsdam. Eine Gruppe aus bis zu 20 Jugendlichen versuchte, sich Zutritt zu zwei Privatpartys zu verschaffen."

Im Anschluss wurden nach Polizeiangaben zwei 17-Jährige und ein 18-jähriger Gymnasiast aus Potsdam "brutal angegriffen", wobei der 18-Jährige schwer verletzt wurde.

Laut den Focus-Recherchen eskaliere in der Region die Gewalt, sodass der bekannteste Jugendklub mittlerweile dauerhaft "nach Zwischenfällen seine Pforten schloss". Dazu heißt es:

"Der 'Club 18' ist nicht nur heute geschlossen, wie auf einem Schild an der Eingangstür steht. Sondern seit vielen Monaten. Der Grund: Mitarbeiter sollen wegen wiederholter massiver Bedrohungen und Einschüchterungsversuche einer offenbar migrantisch geprägten Jugendbande 'um ihr Leben gefürchtet' haben." 

Der Vorsitzende des Sicherheitsausschusses der Stadtverordnetenversammlung und CDU-Fraktionsgeschäftsführer bestätigte gegenüber dem Focus die zunehmenden Probleme. Der Sozialpolitiker sei wörtlich "ratlos" zu den Dynamiken:

"Und sauer, dass eine oder mehrere Jugendgangs in Potsdam 'Unsicherheit und Angst' verbreiten. Maximilian Adams sagt, er habe so etwas in seiner Geburtsstadt 'noch nie erlebt'. 'Seit Monaten häufen sich Zwischenfälle. Die Gewalttäter, die überwiegend aus einem migrantischen Umfeld stammen sollen, wie mir immer mehr Betroffene berichten, bedrohen, erpressen und verprügeln Jugendliche in der Schule, auf der Straße, in Jugendclubs oder bei privaten Festen', so Adams."

Der rbb berichtete am Donnerstag, dass die Potsdamer Polizei nun zumindest bestätigen würde, dass "in bestimmten Bereichen" der Potsdamer Innenstadt und in einigen Stadtteilen bei Einsätzen "festgestellt wurde, dass vermehrt Jugendliche als Tatverdächtige von Gewalttaten beschrieben werden", wie es in der Beantwortung hieß. Dabei gehe es unter anderem "auch um Körperverletzungs- und Raubdelikte".

Entsprechende Ermittlungen hätten dabei ergeben, dass demnach keine "feststrukturierte 'Jugendbande' verantwortlich" sei, sondern dass die registrierten Taten "meist von losen Gruppen Jugendlicher und Heranwachsender begangen wurden, die mehrheitlich aus der Landeshauptstadt stammen", so Angaben der Polizei. Inwiefern einzelne Vorfälle zusammenhängen, werde derzeit geprüft.

Die Polizei habe daher eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. "Dort werden relevante Vorgänge gebündelt, um Verfahren schnell zu bearbeiten und Muster frühzeitig erkennen zu können", teilte die Behörde am Donnerstag mit. Zudem werde auch die Polizeipräsenz erhöht.

Die Potsdamer Stadtverwaltung teilte dem rbb am Anfang der Woche auf Anfrage mit, dass das Thema Jugendgewalt unabhängig von aktuellen Fällen "in den vergangenen Monaten an Bedeutung gewonnen habe". Die Stadt will daher "nachsteuern". Auf rbb-Nachfrage teilte die Verwaltung diesbezüglich mit, "es sei der Aufbau verbindlicher Melde- und Informationsketten für Gewaltvorfälle geplant".

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