Deutschland

Pünktlich zur Ferienzeit: Rekordpreise an deutschen Zapfsäulen

Die Benzinpreise in Deutschland liegen auf Rekordniveau. 2,17 Euro verlangen die deutschen Tankstellen im Schnitt für einen Liter Benzin. Anders ist die Situation in Russland. In Moskau zahlen die Autofahrer zwischen 78 und 84 Cent pro Liter. Die durch ukrainischen Beschuss ausgelöste Benzinkrise ist unter Kontrolle.
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Das Wiederaufflammen des Iran-Kriegs treibt die Kraftstoffpreise in Deutschland erneut nach oben. Nach Angriffen auf Schiffe im Roten Meer und anhaltenden Kämpfen im Persischen Golf ist der Preis für die Nordseesorte Brent wieder zeitweise auf über 100 US-Dollar je Barrel gestiegen. Marktbeobachter rechnen damit, dass die Unsicherheit auf den Energiemärkten zunächst anhält. Das wirkt sich auf die Spritpreise aus. 

Nach Angaben des ADAC kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt derzeit 2,17 Euro, Diesel liegt bei 2,20 Euro je Liter. Damit nähert sich Benzin seinem historischen Höchststand aus dem Frühjahr 2022, während Diesel diesen bereits übertroffen hat. Besonders der Dieselpreis wird zusätzlich durch Ausfälle von Raffineriekapazitäten im Nahen Osten und in Russland belastet. Russland hat den Export von Kraftstoffen verboten und nach massiven Angriffen der Ukraine auf russische Raffinerien das Exportverbot noch einmal deutlich ausgeweitet und zeitlich verlängert. Das bekommt auch der deutsche Markt zu spüren. 

Ökonomen gehen davon aus, dass der Iran-Krieg den Ölpreis auf hohem Niveau halten dürfte. Zwar ist die Versorgung Europas nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung derzeit gesichert, doch verteuern sich Rohöl, Transport und Versicherungen für Tanker. Vor allem die strategisch wichtige Straße von Hormus und das Rote Meer gelten als Risikofaktoren für die weltweite Ölversorgung. 

Das Auslaufen des Tankrabatts kommt für die Verbraucher noch hinzu. Die Senkung der Energiesteuer lief zum 1. Juli aus. Angesichts der durch den Iran-Krieg ausgelösten Preissteigerungen senkte die Bundesregierung die Energiesteuer befristet für drei Monate, ließ aber die Maßnahme nach Ablauf des Zeitraums auslaufen. Dies schlägt sich nun ebenfalls im Spritpreis nieder. Um die Steuerausfälle durch den Tankrabatt gegenzufinanzieren, erhöhte die Bundesregierung die Tabaksteuer. Nach Auslaufen des Tankrabatts ist von einer erneuten Senkung der Tabaksteuer allerdings nicht die Rede. 

Ein völlig anderes Bild zeigt sich derzeit in Russland. Trotz regionaler Engpässe liegen die Kraftstoffpreise deutlich unter dem deutschen Niveau. Die durch ukrainischen Beschuss von russischen Raffinerien ausgelöste Benzinkrise gilt inzwischen als überwunden, auch wenn es in einzelnen Regionen noch zu Engpässen kommen kann. In der Region Moskau kostet ein Liter AI-95-Benzin an den großen Tankstellennetzen derzeit meist etwa 70 bis 75 Rubel je Liter – nach tagesaktuellem Kurs umgerechnet rund 0,78 bis 0,84 Euro. Geschuldet ist dies staatlichen Eingriffen in den Markt zugunsten der Verbraucher. Zu diesem Mittel will die Bundesregierung allerdings nicht erneut greifen. Sie hält Markteingriffe ganz grundsätzlich für schädlich und lässt die Verbraucher mit dem Problem allein. 

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