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Griffen von Deutschland finanzierte Drohnen Moskau an?

Seit Mai 2025 finanziert Deutschland den Bau ukrainischer Langstreckendrohnen, möglicherweise geht die deutsche Beteiligung auch darüber hinaus. In Russland wird nach dem Drohnenangriff auf Moskau vom Sonntag offen darüber gesprochen, dass Berlin Mittäter an der Tötung russischer Zivilisten ist.
Griffen von Deutschland finanzierte Drohnen Moskau an?Quelle: Gettyimages.ru © Kay Nietfeld/picture alliance

Nach dem großen Drohnenangriff auf Moskau und seine Vororte in der Nacht zu Sonntag setzt in Russland eine Debatte über die Rolle europäischer Länder, insbesondere Großbritanniens und Deutschlands, bei der Ausrüstung Kiews mit Langstreckendrohnen ein. 

So erinnert der ehemalige ukrainische Abgeordnete Oleg Zarjow am Montag daran, dass Deutschland im Jahr 2025 im Rahmen eines insgesamt 5 Milliarden Euro starken Hilfspakets für das ukrainische Militär dem Kiewer Regime mindestens 400 Millionen Euro für den Bau weitreichender Drohnen der Typen BARS und "Ljuty" sowie der Mittelstreckenraketen "Flamingo" überwiesen hatte. Es waren Drohnen der Typen BARS und "Ljuty", die nach Angaben hochrangiger ukrainischer Militärs am Sonntag gegen Moskau zum Einsatz kamen.

Bestätigt wird Zarjows Darstellung durch eine Pressemitteilung des Bundesverteidigungsministeriums von Boris Pistorius (SPD) vom 28.05.2025. Darin heißt es unter anderem:

"Deutschland wird künftig die Produktion von weitreichenden Waffensystemen in der Ukraine finanzieren. Das vereinbarten die beiden Minister (Boris Pistorius und der damalige ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umerow – Anm. d. Red.) in Berlin nun schriftlich. Diese Vereinbarung geht auch auf die Zusage Deutschlands zurück, direkt in die ukrainische Rüstungsproduktion zu investieren. Diese verfügt über noch ungenutzte Produktionskapazitäten und das technische Wissen, moderne Systeme herzustellen."

"Noch in 2025", heißt es in der Pressemitteilung von damals auf Denglisch weiter, solle so eine erhebliche Stückzahl von weitreichenden Waffensystemen produziert werden. Die Waffensysteme stünden den ukrainischen Streitkräften "rasch" zur Verfügung – die ersten könnten bereits in wenigen Wochen zum Einsatz kommen. Da sie bereits in den ukrainischen Streitkräften eingeführt sind, bedürfe es keiner zusätzlichen Ausbildung. 

Tatsächlich war damals auch – in der Überschrift der Pressemitteilung – von 5 Milliarden Euro aus dem deutschen Haushalt für diese und andere Zwecke die Rede.

Anderen Berichten und Spekulationen zufolge geht die europäische Drohnenhilfe für die Ukraine noch weiter: Die meisten der eingesetzten Drohnen sollen bereits in Werken außerhalb der Ukraine montiert werden. Genannt werden unter anderem Deutschland, Dänemark und Großbritannien. Russlands Außenministerium hatte Mitte April eine Liste von Objekten in Europa, auch in Deutschland, veröffentlicht, die für die ukrainische Drohnen- und Rüstungsproduktion genutzt werden, und damit legitime Angriffsziele sein könnten.

Womöglich diente der Besuch von Boris Pistorius in der ersten Maihälfte dieses Jahres dem Ausbau der deutsch-ukrainischen Kooperation bei der Langstreckendrohnenproduktion, RT DE hatte berichtet.

In der Nacht zum Sonntag, dem 17. Mai 2026, hat die Ukraine die Agglomeration Moskau mit mehreren Hundert Drohnen attackiert. Während die meisten durch die russische Luftabwehr in unterschiedlichsten Stadien des Anflugs abgeschossen werden konnten, drangen einige in den Bereich der Hauptstadt vor und schlugen in Wohnhäusern und zivilen Objekten ein. Dabei kamen vier Zivilisten, darunter ein indischer Staatsbürger, ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.

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