Europa

Nach den Krawallen in Paris jetzt Mailand: Vermummte liefern sich Strassenschlachten in Italien

Nach den Straßenunruhen in Frankreich greift die Gewalt auf Italien über. In Mailand verwandelten vermummte Jugendliche das Zentrum in eine Kampfzone. Sie attackierten Einsatzkräfte, warfen Böller und Steine und drangen in die berühmte Einkaufsgalerie am Dom ein. Mehrere Geschäfte wurden verwüstet, die Schäden gehen in die Hunderttausende.
Nach den Krawallen in Paris jetzt Mailand: Vermummte liefern sich Strassenschlachten in Italien© Printscreen X/ilgiornale/Collage: RT

Was als Protest gegen hohe Benzinpreise, stagnierende Löhne und steigende Lebenshaltungskosten begann, eskalierte am Samstag in schweren Ausschreitungen im Zentrum von Mailand. Vermummte Männer, überwiegend mit Migrationshintergrund, drangen in die berühmte Galleria Vittorio Emanuele II ein, schleuderten Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten und verwüsteten Teile der Innenstadt.

Schaufenster wurden eingeschlagen, Geschäfte geplündert, Barrikaden errichtet. Auch in Turin, Bologna und weiteren italienischen Städten kam es zu gewaltsamen Zusammenstössen.

In Mailand hatten sich zunächst mehr als 5.000 Menschen auf der Piazza del Duomo versammelt. Familien, Studenten und Jugendliche protestierten gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die aus ihrer Sicht unzureichenden öffentlichen Dienstleistungen.

Doch die Kundgebung geriet rasch außer Kontrolle. Gruppen schwarz gekleideter, teilweise minderjähriger Randalierer spalteten sich vom Demonstrationszug ab und griffen die Einsatzkräfte an.

In der Via Broletto, einer Straße mitten im historischen Zentrum Mailands, flogen Steine, Flaschen und Böller. Mülltonnen, Absperrgitter und Tische aus Straßencafés dienten als Barrikaden.

Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Zeitweise mussten Einsatzkräfte zurückweichen. Die Metrostation Duomo wurde geschlossen, Touristen suchten Schutz in Geschäften und U-Bahn-Zugängen.

Luxuspassage wird zum Schauplatz der Gewalt

Besonders dramatisch war die Lage in der Galleria Vittorio Emanuele II, einer der bekanntesten Einkaufsadressen Europas. Wo normalerweise Kunden bei Prada und Louis Vuitton einkaufen, zogen rund 100 Vermummte durch die historische Passage. Mitarbeiter und Kunden verschanzten sich in den Geschäften, während draußen Feuerwerkskörper explodierten und die Außengastronomie verwüstet wurde.

Die Polizei rückte schließlich in die Galleria vor und räumte die Passage. Doch damit war die Gewalt nicht beendet. Auch Geschäfte von Nike, Foot Locker und Decathlon wurden angegriffen und geplündert. Schaufenster gingen zu Bruch, Waren verschwanden, ein Fahrzeug der Carabinieri wurde schwer beschädigt. Die Unruhen dauerten bis in die Abendstunden.

Ausgerechnet jene Einkaufsstraßen, die Mailand zu einer der wohlhabendsten Metropolen Europas machen, wurden damit zur Kulisse eines sozialen Protests, der außer Kontrolle geriet. Die Bilder von vermummten Jugendlichen vor Luxusgeschäften stehen im scharfen Gegensatz zu den wirtschaftlichen Sorgen, mit denen viele Teilnehmer ihren Protest begründeten.

Viele minderjährige Randalierer mit Migrationshintergrund

Die Randalierer waren überwiegend junge Männer mit Migrationshintergrund. Unter den Festgenommenen befanden sich Jugendliche afrikanischer und maghrebinischer Herkunft, darunter auch Marokkaner.

Vermummt und in dunkler Kleidung zogen sie durch Mailands Innenstadt, griffen Polizisten an und erschwerten mit Sturmhauben ihre Identifizierung. Mobilisiert wurde unter dem Namen "Italia in Piazza". Offiziell ging es um hohe Lebenshaltungskosten und niedrige Löhne.

Mindestens vier Polizisten und rund 20 Demonstranten wurden verletzt. Die Schäden beliefen sich in Mailand auf bis zu 860.000 Euro, landesweit auf rund 1,3 Millionen Euro.

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Gewalt und betonte, dass das Demonstrationsrecht keine Verwüstung von Städten rechtfertige. Sie forderte auch die Opposition auf, die Ausschreitungen klar zu verurteilen. Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala verurteilte die Gewalt trotz seines Verständnisses für den Unmut über steigende Lebenshaltungskosten. 

Dmitrijew macht EU-Energiepolitik und Migration verantwortlich

Der russische Präsidentensonderbeauftragte Kirill Dmitrijew kommentierte die Ausschreitungen mit scharfer Kritik an Brüssel.

Die hohen Energiepreise infolge der Abkopplung von russischen Energielieferungen seien ein wesentlicher Grund für die Proteste linker Gruppen und von Migranten, schrieb der Leiter des Russischen Direktinvestitionsfonds auf X. Als weitere Ursachen nannte er die unkontrollierte Migration und die Unfähigkeit der EU-Bürokratie, eigene Fehler einzugestehen und ihre Politik zu korrigieren.

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