Nahost

US-Machtspiel im Nahen Osten: Lawrow nennt wahre Ziele des Iran-Konflikts

Russlands Außenminister Sergei Lawrow sieht im US-israelischen Vorgehen gegen Iran mehr als nur militärische Ziele. Er enthüllt eine strategische Agenda, die die gesamte Region verändern und globale Energieflüsse beeinflussen soll – mit weitreichenden Folgen für Stabilität und Solidarität im Nahen Osten.
US-Machtspiel im Nahen Osten: Lawrow nennt wahre Ziele des Iran-Konflikts© Natalia Shatokhina

Der russische Außenminister Sergei Lawrow hat in einem Interview mit RT India die Hintergründe des US-israelischen Militäreinsatzes gegen Iran beleuchtet. Seiner Einschätzung nach ging es den USA und Israel nicht allein um militärische Ziele, sondern vor allem darum, die Normalisierung der Beziehungen zwischen Teheran und den Golfstaaten zu verhindern. Gleichzeitig sollte die arabische Welt enger an Israel gebunden und unter Druck gesetzt werden, die Unterstützung für die palästinensische Sache aufzugeben.

Iran hatte auf die US-israelischen Luftangriffe vom 28. Februar mit gezielten Schlägen auf US-Basen in den Golfstaaten sowie auf damit verbundene Energie- und Hafenanlagen reagiert. In dem am Mittwoch veröffentlichten Interview verurteilte Lawrow den Angriff auf Iran als "unprovoziert" und bezeichnete die iranische Antwort als Akt der Selbstverteidigung. Er sagte:

"Ich habe keinen Zweifel, dass bei der Planung der Aggression gegen Iran eines der Ziele darin bestand, die Normalisierung der Beziehungen zwischen Iran und den arabischen Staaten zu verhindern. Jetzt wird alles getan, damit eine Versöhnung niemals stattfindet."

Lawrow warf den USA zudem vor, die arabischen Staaten mit neokolonialen Methoden unter Druck zu setzen. Ziel sei es, sie zu zwingen, teures amerikanisches Öl und Flüssigerdgas zu kaufen statt günstiger russischer Energie. "Sie wollen die Welt durch die Kontrolle der globalen Energieversorgung beherrschen", betonte der russische Außenminister.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Mittwoch behauptet, er sei während der Höhe des Konflikts heimlich in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gereist und habe dies als "historischen Durchbruch" bezeichnet. Die VAE dementierten die Angaben jedoch. Medienberichte, wonach Saudi-Arabien und die VAE verdeckte Luftangriffe gegen Iran geflogen haben sollen, wurden von den Emiraten zurückgewiesen; Riad äußerte sich nicht eindeutig. Iranische Vertreter werfen den Golfstaaten vor, Angriffe auf iranisches Gebiet ermöglicht zu haben, und fordern den Abzug der USA aus der Region.

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