
Seoul fordert zum Dialog über Beilegung des Krieges mit Pjöngjang auf

Südkorea hat seinen nördlichen Nachbarn zum Dialog aufgerufen, um den seit über 70 Jahren ungelösten Krieg formell zu beenden. Den Vorschlag äußerte der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung am Samstag während einer Zeremonie zum 81. Jahrestag der Befreiung Koreas von der japanischen Kolonialherrschaft.

Die beiden Koreas könnten seiner Ansicht nach die "gegenseitigen Drohgebärden" beiseitelegen und als direkt beteiligte Parteien Gespräche aufnehmen. Dabei wäre es auch möglich, über "wirksame Wege zur Eindämmung der nordkoreanischen Atomwaffenkapazitäten" zu sprechen. Lee äußerte die Hoffnung, dass die beiden Länder "sich im Sinne einer friedlichen Koexistenz und des gegenseitigen Wachstums an einen Tisch setzen" würden.
Seoul und Pjöngjang befinden sich technisch weiterhin im Kriegszustand, nachdem der Koreakrieg von 1950 bis 1953 mit einem Waffenstillstand statt mit einem Friedensvertrag geendet hatte.
Zuletzt unternahm Südkorea mehrere Annäherungsversuche. Im April entschuldigte sich Präsident Lee bei Pjöngjang für die Drohnenüberflüge zwischen September 2025 und Januar 2026. Im Zusammenhang mit den Vorfällen wurden in Seoul Anklagen gegen einen Nachrichtendienstbeamten, einen Militärangehörigen und einen Studenten erhoben. Zuvor hatte Südkorea jegliche staatliche Beteiligung an den Überflügen bestritten.
Kim Jong-un, Oberster Führer der Demokratischen Volksrepublik Korea, bezeichnete Südkorea im März als den "am meisten feindseligen Staat" und schwor, es "vollkommen zurückzuweisen und zu ignorieren". Seoul werde für seine Provokationen "den Preis zahlen".
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