Asien

Pakistanischer Premierminister Khan: "Ausländische Macht will mich stürzen"

Pakistans Regierungschef Imran Khan steht ein Misstrauensvotum bevor, das er mit aller Wahrscheinlichkeit verlieren wird. Während einer Fernsehansprache deutete dieser nun an, dass Washington ihn aus dem Amt drängen wolle.
Pakistanischer Premierminister Khan: "Ausländische Macht will mich stürzen"© Carl Court/Getty Images

Der pakistanische Premierminister Imran Khan hat "versehentlich" die Vereinigten Staaten als Schuldigen benannt, als er behauptete, "ein fremdes Land, dessen Namen ich nicht nennen kann", wolle ihn durch ein Misstrauensvotum aus dem Amt drängen.

"Amerika hat – oh, nicht Amerika, sondern ein fremdes Land, dessen Namen ich nicht nennen kann" – dem Regierungschef eine Nachricht geschickt, um sich in die Politik seines Landes einzumischen, erklärte Khan am Donnerstag in einer Fernsehansprache, nachdem ein Misstrauensvotum gegen ihn verschoben worden war.

Khan hatte ein Informationsschreiben des pakistanischen Botschafters in den USA erhalten, das eine Aufnahme eines hochrangigen Beamten aus Washington enthielt, der andeutete, dass sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern in Khans Abwesenheit verbessern würden, berichteten lokale Medien am Donnerstag. Der pakistanische Regierungschef beschrieb den Inhalt des Briefes und behauptete:

"Sie sagen, dass 'unser Ärger verschwinden wird, wenn Imran Khan dieses Misstrauensvotum verliert'."

Der Sprecher des US-Außenministeriums Ned Price betonte, an den Anschuldigungen sei "nichts dran". Washington verfolge "die Entwicklungen in Pakistan sehr genau", respektiere und unterstütze aber den Verfassungsprozess und die Rechtsstaatlichkeit Pakistans.

Es ist nicht das erste Mal, dass Khan Washington vorwirft, sich in die inneren Angelegenheiten Pakistans einzumischen und zu versuchen, die politischen Entscheidungen im Land zu beeinflussen. Er sprach das Thema auf einer Sonntagskundgebung an, mit dem Ziel, die Unterstützung seiner Anhänger zu mobilisieren, da die politische Opposition des Landes versucht, ihn zu entmachten.

Khan erinnerte seine Anhänger während der Sendung am Donnerstag daran, dass Pakistan von der Unterstützung des US-Krieges gegen den "Terror" nichts gewonnen habe, außer noch mehr Terroristen und Drohnenangriffe.

Zudem weigert sich der pakistanische Premierminister, sich dem Druck aus den USA zu beugen und Russland für die Entsendung von Truppen in die Ukraine zu verurteilen. Pakistan könne dadurch nichts gewinnen, so Khan. Dies machte ihn jedoch zur Zielscheibe für die USA und ihre Verbündeten, die bereits verärgert darüber sind, dass das benachbarte Indien eine Teilnahme an der Sanktionskampagne gegen Moskau ebenfalls verweigert.

Am Donnerstag sollte die Debatte über den Misstrauensantrag beginnen, doch der stellvertretende Parlamentspräsident, ein Mitglied von Khans Partei, unterbrach das Verfahren, als die Abgeordneten sich dafür entschieden, nicht zuerst andere Punkte auf der Tagesordnung zu behandeln. Dies empörte den Oppositionsführer Shahbaz Sharif. Er erklärte Reportern, der stellvertretende Sprecher habe "wieder einmal die parlamentarischen Normen entehrt, indem er den Tagesordnungspunkt nicht zur Debatte zuließ".

Die nächste Parlamentssitzung soll am Sonntag stattfinden. Khans Partei, die Pakistan Tehreek-e-Insaf, ist nicht nur zahlenmäßig unterlegen, sondern sie kämpft auch gegen die beiden etablierten Parteien Pakistan Muslim League-N und Pakistan People's Party, die zuvor die Macht untereinander aufteilten.

Pakistans Premierminister, der früher für die pakistanische Nationalmannschaft Kricket spielte und diese im Jahr 1992 zum einzigen Weltmeisterschaftssieg führte, weigert sich, zurückzutreten, egal wie die Chancen gegen ihn stehen. Er werde "niemals aufgeben, egal wie das Ergebnis ausfallen wird", so Khan.

Mehr zum Thema - Der Nahe Osten und die Ukraine-Krise

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