Putin: Kiews Drohung gegen Russlands Luftraum ist Staatsterrorismus

Jüngste Angebote des Kiewer Regimes zu einer friedlichen Beilegung sind nicht nur realitätsfern, sondern von offenen Terrorandrohungen begleitet. Dabei stehe die Ukraine selbst vor gleich drei Krisen, machte Russlands Präsident Wladimir Putin beim SOZ-Gipfel in Bischkek deutlich.

Auf einer Pressekonferenz im Anschluss an den Gipfel der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Kirgisistans Hauptstadt Bischkek sprach Russlands Staatschef Wladimir Wladimirowitsch Putin über die Konsequenzen für das Kiewer Regime im Falle eines Versuchs, Russlands Luftraum zu sperren. Außerdem thematisierte   er den Stand der Ukraine-Verhandlungen und den Vormarsch der russischen Truppen auf den Schlachtfeldern der militärischen Sonderoperation in der Ukraine.

Zu Selenskijs Drohungen: Der Präsident versprach, Moskau werde eine Antwort finden – sollte das Kiewer Regime seine Drohungen, den russischen Luftraum zu sperren, in die Tat umsetzen. Er bezeichnete Selenskijs Pläne als Versuch des Staatsterrorismus und kommentierte:

"Wenn jemand versucht, uns die Nahrungspyramide hinunterzustürzen und zu verschlingen, uns aufzufressen, mag es passieren, dass er sich eins auf die Zähne erarbeitet."

Putin erinnerte daran, dass der Gegner zuvor auch das Ziel formuliert hatte, die russische Wirtschaft zu schwächen. Konkret beschädigte das Kiewer Regime innerhalb von 40 Tagen ab Juni fast einhundert Schiffe und tötete Seeleute. Moskau hingegen verschonte zumindest Tanker und führte gezielte Angriffe nur gegen Schiffe durch, die Waffen oder Munition an die Ukraine lieferten.

Konsequenzen dafür bekommt der Gegner bereits völlig gesetzmäßig zu spüren:

"Die Streitkräfte der Russischen Föderation haben den Befehl erhalten, massive Angriffe auf Energieanlagen der Ukraine vorzubereiten und durchzuführen. Greifen sie drüben unsere Anlagen an, erhalten sie die Quittung."

Der Präsident betonte, dass alle militärischen Einrichtungen in der Ukraine ein legitimes Ziel seien. Er zeigte sich zudem zuversichtlich, dass das Kiewer Regime nicht in der Lage sei, Russland kritischen Schaden zuzufügen; so erklärte der Präsident konkret unter anderem, der Schutz der Ölraffinerien im Lande sei verstärkt worden – und dies zeige bereits Wirkung:

"Letzte Nacht versuchten sie erneut, drei Ölraffinerien anzugreifen – es gelang ihnen nicht. Und zwar genau deshalb, weil sie jetzt bereits geschützt sind. Das heißt nicht, dass nichts mehr durchkommen kann, aber das Schutzniveau ist jetzt ein ganz anderes."

Als Folgen der Angriffe auf Ziele in der Ukraine sagte Putin mindestens drei mögliche Krisen für Kiew im Zuge der russischen Angriffe voraus:

"Die erste ist eine Währungskrise. Warum? Weil sie weniger ins Ausland verkaufen, weniger Geld einnehmen – und dabei mehr ausgeben müssen. Die zweite ist eine Haushaltskrise: Die Einnahmen sinken, und da ist es auch schon: der Haushalt reicht nicht aus. Und die dritte ist eine Bankenkrise. Denn Produzenten, die Kredite aufgenommen haben, werden sie nicht zurückzahlen."

Putin merkte an, dass die Ukraine jetzt eine Bedrohung für ihre Wirtschaft spüre und derzeit ums Überleben kämpfe. Er erinnerte auch, dass die Kiewer Behörden an Russlands Partner appelliert hatten, den Export ukrainischen Getreides zu sichern:

"Sie sind an all unsere Freunde durchgegangen, darunter arabische Länder – nicht nur eines, sondern mehrere –, unsere indischen Freunde und einige andere, darunter die Türkei – an alle wandten sie sich mit derselben Bitte: 'Helft! Lasst uns Russland unter dem einen oder anderen Vorwand, vor allem unter dem Vorwand sozialer und humanitärer Bedenken, dazu zwingen, unsere Ladung außer Landes bringen zu lassen.'"

Gleichzeitig stellte er klar, dass Russlands Partner entgegen Kiews Bitten keinen ungebührlichen Druck ausüben.

Zu etwaigen Verhandlungen mit dem Kiewer Regime erinnerte das Staatsoberhaupt daran, dass Kiew die Wiederaufnahme des Dialogs fordere und um persönliche Treffen bitte – vergeblich:

"Mit Terroristen verhandelt man nicht."

Seinen Worten zufolge müsse jeder Kontakt mit konkreten Inhalten untermauert sein – jedoch sei der Einigungsprozess selbst derzeit faktisch eingefroren:

"Wenn jemand einen konkreten Beitrag zu diesem Prozess leistet oder leisten kann, sind wir voll und ganz dafür – wir wollen nur nicht, dass alles in sinnlosem Leerlauf kreist. Aber wenn jemand in der Lage ist, positive Veränderungen in diesem Verhandlungsprozess herbeizuführen, dann sind wir im Großen und Ganzen nicht dagegen."

Dabei greife Russlands Militär keine Vertreter des Kiewer Regimes an, denn Russland brauche jemanden in der Ukraine, um über den Friedensprozess zu sprechen – Hauptsache, auch die andere Seite begreift, dass sie sich an Russland nur die Zähne ausbeißen kann:

"Wenn sie verstehen, dass sie die Probleme friedlich lösen wollen und nicht unsere Wirtschaft in 40 Tagen zerstören, uns in die Knie zwingen und uns einen weiteren strategischen Schlag versetzen wollen – ja, dann werden auch dort Unterhändler irgendeiner Art benötigt werden."

Die aktuellen Vorschläge Kiews für eine Beilegung des Konflikts bezeichnete Putin indes unlängst als exotisch. Er fühlte sich an einen Witz erinnert, der in einigen Volksmärchen vieler Völker vorkommt:

"Erst essen wir das Deine auf, und dann isst jeder das Seine. So ungefähr lauten ihre Vorschläge."

Putin bekräftigte, dass Russland einen dauerhaften Frieden brauche und nichts Geringeres als Lösung akzeptieren werde:

"Nicht einfrieren wollen wir den Krieg – sondern beenden und einen dauerhaften, absoluten Frieden erreichen. Generell sind wir bereit für diesen Verhandlungsprozess mit jedem, der daran interessiert sei – sowohl in der Ukraine als auch in Europa."

Gefechtslage

Wladimir Putin erklärte, er habe vor dem Treffen mit der Presse mit dem Leiter des russischen Generalstabs, General Waleri Gerassimow, über den Fortschritt der Spezialoperation gesprochen und erhalte zudem weitere Information aus verschiedenen Quellen – weithin bekannt ist zudem seine Gewohnheit, sich unmittelbar bei Feldkommandeuren in unangekündigten persönlichen Telefonaten zur Gefechtslage und zu den akutesten Bedürfnissen ihrer Einheiten und Verbände zu erkundigen. An Fortschritten haben Russlands Streitkräfte dem Staatschef des Landes zufolge unter anderem Folgendes zu melden:

So sei beispielsweise im Gebiet Charkow der Ukraine ein Großaufgebot der ukrainischen Streitkräfte von 13 Bataillonen, etwa 5.000 Mann stark, am Ostufer des Krasny Oskol-Stausees eingekesselt worden. Putin betonte:

"Und hiermit ist nicht die operative Einkesselung mit Feuerkontrolle gemeint – sondern die physische. Sie sind dort endgültig eingekesselt worden, und die Umstellung wird nur noch dichter."

Ebenfalls im Gebiet Charkow – in seinem Nordosten – sei die Einkesselung eines weiteren Aufgebots des Gegners mit bis zu 2.000 Soldaten auf einem Territorium von etwa 460 Quadratkilometern mit 27 Ortschaften abgeschlossen worden; deren Ausschaltung werde es ermöglichen, die Frontlinie mindestens 20 Kilometer von Russlands Grenzgebiet Belgorod zurückzudrängen.

Im vergangenen Monat seien 14 Ortschaften unter die Kontrolle russischer Truppen gelangt, einschließlich der Stadtsiedlung Kasatschja Lopan in der russischen Volksrepublik Donezk – nicht zuletzt wurde auch die Stadt Swjatogorsk ebendort gestern befreit. Im August wurden dem Gegner 270 Quadratkilometer des Gebietes der DVR abgerungen. Kämpfer der russischen Streitkräfte sind zudem dabei, die östlichen Ausläufer des Ballungsgebietes Slawjansk-Kramatorsk sowie die südlichen Ausläufer von Druschkowka zu erreichen.

Einheiten des Truppenverbands Mitte rücken entlang der wichtigsten Achsen vor – so liefern sie sich Straßengefechte mit den ukrainischen Truppen in Dobropolje in der DVR.

Derweil rücken die Truppenverbände Ost und Dnjepr auf breiter Front in Richtung der noch vom Kiewer Regime besetzten Stadt Saporoschje, der Hauptstadt des gleichnamigen russischen Gebietes, vor. Darüber hinaus kämpfen Russlands Streitkräfte mittlerweile in den zentralen Ortsteilen der Stadt Orechow desselben Gebietes. Neun Ortschaften wurden im August am Frontabschnitt Saporoschje befreit.

Im Grenzgebiet Sumy der Ukraine steht die russische Armee nur noch 12 Kilometer von der Umgehungsstraße um die gleichnamige Gebietshauptstadt entfernt, und die Arbeiten zur Einrichtung einer Sicherheitszone in den Grenzgebieten Sumy und Charkow sind im Gange. Russlands Präsident hält fest:

"Ich habe keinen Zweifel daran, dass der Feind beginnen wird, zusammenzubrechen – es ist nur eine Frage des Zeitpunkts, wie lange es dauern wird. Das sind komplexe Fragen, Fragen, auf die man am besten keine konkreten Antworten gibt, denn Krieg ist eine grausame und schwer vorhersehbare Angelegenheit."

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