Energiekrise: USA drängen EU zum Abbau ihrer Dieselvorräte

Washington drängt die EU zur Freigabe ihrer Dieselreserven, während die USA selbst einen Exportstopp prüfen. Die hohen Kraftstoffpreise setzen die Regierung Trump vor den Zwischenwahlen unter Druck.

Das Weiße Haus hat die Europäische Union aufgefordert, ihre Diesel-Notvorräte abzubauen, um die globalen Preise zu senken. US-Präsident Donald Trump und seine Regierung prüfen laut Reuters-Informationen verschiedene Maßnahmen, um die Kraftstoffkosten vor den Zwischenwahlen im November zu senken. Der Dieselpreis erreichte letzte Woche 6,53 Dollar pro Gallone, mehr als 70 Prozent über dem Niveau vor dem Iran-Krieg.

Die stark gestiegenen Dieselpreise sind für Trump und die Republikaner zu einem politischen Problem geworden – insbesondere in den Agrarstaaten, wo Diesel für die Landwirtschaft, den Transportsektor und die Industrie von großer Bedeutung ist.

Angesichts des Drucks auf die Republikaner, die Belastung der Verbraucher durch die hohen Lebenshaltungskosten vor den Wahlen zu verringern, erwägt die Regierung verschiedene Maßnahmen. Dazu gehören die Förderung von Freigaben ausländischer Dieselvorräte, eine Einschränkung der US-Diesel-Exporte sowie eine Zusammenarbeit mit Raffinerien, um das heimische Angebot zu erhöhen, hieß es im Reuters-Bericht. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.

Trump berät seit Tagen angesichts der stark gestiegenen Dieselpreise über ein mögliches Exportverbot. Eine endgültige Entscheidung ist bislang nicht gefallen. Die Regierung prüft verschiedene Maßnahmen, um die Kraftstoffpreise vor den Zwischenwahlen im November zu senken.

Im Gespräch ist unter anderem eine zeitweise Einschränkung der US-Diesel-Exporte, damit mehr Kraftstoff auf dem heimischen Markt verfügbar ist. Energieminister Chris Wright soll bereits Gespräche mit Raffinerieunternehmen geführt haben. Ziel ist es, mehr Diesel im Inland zu halten, ohne die Produktion der Raffinerien deutlich zu verringern.

Die USA sind ein wichtiger Diesel-Lieferant für Europa. Eine Einschränkung der Lieferungen könnte das Angebot auf dem europäischen Markt verknappen und zusätzlichen Preisdruck auslösen. Für Europa kommt vor allem der US-Vorstoß zu einem schwierigen Zeitpunkt. Seit dem Rückgang russischer Lieferungen und den Folgen des Krieges gegen Iran ist der europäische Dieselmarkt stärker auf Lieferungen aus anderen Regionen angewiesen. Eine Einschränkung der US-Exporte könnte daher das Angebot in Europa zusätzlich verknappen.

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