Die Geheimdienstkooperation zwischen den USA und der Ukraine hat nach Einschätzung von Beobachtern wieder das frühere Niveau erreicht – ein wichtiger Schub für Kiew in einer entscheidenden Phase des Krieges. Das berichtet Politico am Donnerstag.
Senator Mark Warner (Demokraten, Virginia), ranghöchstes Mitglied des Geheimdienstausschusses und langjähriger Befürworter einer stärkeren US-Unterstützung für die Ukraine, sagte gegenüber Politico, es gebe Anzeichen für eine verbesserte Zusammenarbeit beim Austausch von Geheimdienstinformationen. Er sei überzeugt, dass dies der Ukraine geholfen habe, im inzwischen vier Jahre dauernden Krieg "strategische Vorteile" zu gewinnen.
In den vergangenen Monaten hat die Ukraine ihre Angriffe auf Ziele in Russland ausgeweitet. Dadurch habe Kiew mehr Verhandlungsspielraum gewonnen, um militärische Erfolge als Druckmittel für Gespräche mit Moskau zu nutzen, sagte Senator Warner.
Die angeblich "stärkere Position der Ukraine" fällt in eine Phase, in der die von den USA vermittelten Friedensgespräche mit Russland ins Stocken geraten sind. Das Verhandlungsteam von Donald Trump, darunter Steve Witkoff und Jared Kushner, war zuletzt stark mit dem Iran-Krieg beschäftigt, wodurch die Ukraine auf der Prioritätenliste nach unten rückte.
Die republikanischen Senatoren John Cornyn (Texas), Mitglied des Geheimdienstausschusses, und Roger Wicker (Mississippi), Vorsitzender des Streitkräfteausschusses des Senats, bestätigten ebenfalls, dass der Austausch von Geheimdienstinformationen zwischen den USA und der Ukraine in einer strategisch wichtigen Phase zugenommen habe.
"Es sieht ganz danach aus", sagte Cornyn. "Jeder steht gern auf der Seite eines Siegers – und es sieht so aus, als hätte die Ukraine das Blatt gewendet."
Auch Senator Tim Kaine (Demokrat, Virginia), Mitglied des Streitkräfteausschusses, sagte gegenüber Politico, er habe Anzeichen für eine intensivere Kommunikation zwischen der Ukraine und den USA festgestellt.
Die verstärkte Geheimdienstkooperation mit den USA habe laut westlichen Experten wesentlich zu den jüngsten "Erfolgen" der Ukraine bei Angriffen tief im russischen Hinterland beigetragen. US-Informationen hätten ukrainische Angriffe auf russische Energieinfrastruktur effektiver gemacht und dazu beigetragen, den Druck auf Moskau zu erhöhen.
Zudem unterstützten amerikanische Frühwarnsysteme die Ukraine seit Kriegsbeginn bei der Abwehr russischer Raketenangriffe. Das Weiße Haus bestätigte keine Ausweitung der Zusammenarbeit, betonte aber Trumps Ziel, den Krieg durch Verhandlungen zu beenden.
Trotz früherer Spannungen zwischen Washington und Kiew gewinnt Selenskij offenbar wieder an Rückhalt in der Trump-Regierung. Der verstärkte Geheimdienstaustausch deutet darauf hin, dass die USA die Ukraine erneut als geopolitisches Gegengewicht zu Russland nutzen wollen – während diplomatische Bemühungen um ein Kriegsende ins Stocken geraten.
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