Am 26. September 2022 hatten sich in der Ostsee nahe der dänischen Insel Bornholm Explosionen an den Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 ereignet. Die Leitungen versorgten Deutschland direkt mit relativ billigem Gas aus Russland.
Die Sprengung der Erdgaspipelines führte laut mehreren Experten dazu, dass der deutschen Wirtschaft ihre Ressourcenbasis entzogen wurde. Diese Meinung teilt auch Kirill Dmitrijew, der Sondergesandte des russischen Präsidenten.
Hierbei schreibt Dmitrijew in einem auf der Plattform veröffentlichten Post:
"Die Deindustrialisierung und der wirtschaftliche Niedergang Deutschlands begannen mit einem Terroranschlag auf die Nord-Stream-Gasinfrastruktur, die günstiges russisches Gas transportierte."
Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei einem Treffen mit ausländischen Journalisten Anfang Juni vorgeschlagen, dass Deutschland wieder russisches Gas kaufen könne, das über die noch bestehende Nord-Stream-Pipeline geliefert werden könnte.
Die russische Seite sei dazu "sogar morgen" bereit, erklärte Putin. Die Entscheidung liege bei den deutschen Politikern. Sie könnten ihren Verbündeten in Washington einfach sagen: "Tut uns leid, wir brauchen aber das Gas. Ohne es ist die Lage für uns sehr schwierig".
Kürzlich hat die Bundesanwaltschaft im Fall des Anschlags auf die Nord-Stream-Leitungen Anklage gegen einen 50-jährigen Ukrainer erhoben. Die Ermittler werfen Sergei K. vor, eine siebenköpfige Crew angeführt zu haben, die 2022 die Pipelines am Grund der Ostsee gesprengt haben soll.
Sergei K. habe zivile Energieinfrastruktur angegriffen, sich aber auch des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und der Zerstörung von Bauwerken schuldig gemacht, hieß es weiter. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte und seine Komplizen im Auftrag ukrainischer Regierungsbehörden gehandelt haben könnten.
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