Trump: Putins Anwesenheit beim G20-Gipfel in Miami wäre "sehr hilfreich"

Donald Trump möchte Wladimir Putin gerne auf dem G20-Gipfel in Miami sehen. Russland ist bereits eingeladen, am G20-Gipfel "auf höchster Ebene" teilzunehmen. Laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wird Moskau kurzfristig entscheiden, wer Russland in Miami vertritt.

Wie die Washington Post am Donnerstag berichtete, möchte das Weiße Haus, den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember einladen. Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter habe erklärt, Russland sei sowohl zu den Ministertreffen als auch zum Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs willkommen.

Nach Aussage des stellvertretenden russischen Außenministers Alexander Pankin liege in Russland bereits eine Einladung vor, "auf höchster Ebene" teilzunehmen. Es sei jedoch noch zu früh für konkrete Angaben über Teilnehmer. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte ebenfalls, Moskau werde erst kurz vor dem Termin entscheiden, wer Russland vertreten werde.

Trump gab an, noch nichts von einer offiziellen Einladung Russlands zu wissen. Doch er würde Putins Teilnahme befürworten. Gegenüber Reportern sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus:  

"Wenn er käme, wäre das wahrscheinlich sehr hilfreich." … "Ich bin der Meinung, dass man mit jedem spricht. Ich gehöre nicht zu denen, die [sagen]: 'Oh, reden wir nicht mit ihm' ". "Wenn man ein kluger Mensch ist, wenn man seine Emotionen im Griff hat … Ich bin jemand, der an das Gespräch glaubt." 

Der US-Präsident wisse aber nicht, ob Putin teilnehmen würde. Er selbst würde bezweifeln, dass der russische Präsident tatsächlich käme. Der Gipfel ist für den 14. und 15. Dezember in Miami geplant, wo Trump ihn in seinem Doral-Golfresort ausrichten wird. Putin hat seit 2019 nicht mehr persönlich an einem G20-Gipfel teilgenommen, zunächst wegen der Pandemie und später aufgrund der Folgen der Eskalation des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022.

Trump bekräftigte zudem, dass der Ausschluss Russlands aus der ehemaligen G8 im Jahr 2014 "eine dumme Entscheidung" gewesen sei. Seiner Meinung nach verbringen die Staats- und Regierungschefs der G7 viel Zeit damit, über Russland zu diskutieren. Ihm zufolge, wäre der Konflikt mit Kiew möglicherweise nicht in dieser Weise eskaliert, wenn Moskau in diesem Format verblieben wäre.

Moskau hat jedoch wenig Interesse an der alten G8-Logik, auf die sich Trump immer wieder beruft. Peskow hatte zuvor bereits geäußert, die G8 "habe ihre Relevanz" für Russland verloren, und die G7 wirkten im Vergleich zur G20 "trostlos" und "ineffektiv". Zudem spiegelten die G7 nicht mehr das tatsächliche Kräfteverhältnis der Weltwirtschaft wider. Stattdessen würden die G20 die wichtigsten Wachstumszentren umfassen und "die wirtschaftlichen Lokomotiven der Welt besser repräsentieren." 

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