Der Tech-Milliardär Peter Thiel hat am Donnerstagabend bei der Verleihung des Axel Springer Awards in Berlin die deutsche Medienlandschaft scharf kritisiert. Er frage sich, warum so viele Medien "zu einer Art linken Hassfabrik verkommen" seien, so Thiel. Die Medienlandschaft sei "sehr, sehr einseitig" und "bei Weitem nicht so frei, wie wir es uns wünschen würden".
Gleichzeitig lobte Thiel Springer-Chef Mathias Döpfner und die US-Journalistin Bari Weiss, die ebenfalls bei der Preisverleihung sprach. Ohne Menschen wie sie wäre die Lage "wirklich sehr, sehr schlecht", behauptete Thiel.
Springer-Chef Döpfner bezeichnete Thiel als "unkonventionellen Vordenker und prinzipientreuen Nonkonformisten". Mit dem Preis werde "der einflussreichste Deutsche unserer Zeit" geehrt, sagte Döpfner.
Zwischen Thiel und dem Axel-Springer-Konzern bestehen seit Jahren enge wirtschaftliche und persönliche Verbindungen. Alex Karp, CEO der von Thiel mitgegründeten US-Softwarefirma Palantir, war zunächst Mitglied des Aufsichtsrats und später gemeinsam mit Springer-Chef Döpfner im Aktionärsausschuss des Medienkonzerns. Zudem nutzt Axel Springer Software von Palantir.
Auch persönlich bestehen Verbindungen: Moritz Döpfner, der Sohn des Springer-Chefs, war Stabschef bei Thiels Investmentgesellschaft Thiel Capital. Thiel stellte für dessen Fonds 50 Millionen US-Dollar Startkapital bereit.
Thiel vertritt libertäre und rechtskonservative Positionen und unterstützt seit Jahren US-Präsident Donald Trump. Bereits 2009 schrieb Thiel in einem Essay, dass er Freiheit und Demokratie nicht mehr für vereinbar halte. Thiel einen Demokratiepreis zu verleihen, bleibt von daher eine Provokation. Er ist bekannt dafür, freien Journalismus zu bekämpfen, und hat eine undurchsichtige Überwachungsfirma gegründet, die diese Tradition fortführt.
Zuletzt rückte auch Thiels religiös geprägte und von apokalyptischen Vorstellungen beeinflusste Weltsicht stärker in den Fokus. Seine politischen Positionen und wirtschaftlichen Verbindungen zu Unternehmen aus der Sicherheits- und Rüstungsbranche stoßen immer wieder auf Kritik. In Deutschland wird zudem kontrovers darüber diskutiert, ob Sicherheitsbehörden auf die umstrittenen Datenanalyse-Produkte von Palantir zurückgreifen sollten.
Thiel ist der zehnte Preisträger des Axel Springer Award nach Mark Zuckerberg, Tim Berners-Lee, Jeff Bezos, Shoshana Zuboff, Elon Musk, den BioNTech-Gründern Ugur Sahin und Özlem Türeci, Wladimir Selenskij, Satya Nadella und Sam Altman. Springer würdige Thiel für sein Unternehmertum, seine Risikobereitschaft und sein unkonventionelles Denken, sagte Vorstandschef Döpfner in seiner Rede.
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