Berlin: Statistisch weniger Messer-Ereignisse ‒ Todesopfer in Berlin-Wedding

Die polizeiliche Statistik in der Hauptstadt weist laut jüngsten Daten im ersten Quartal des Jahres einen Rückgang bei der Zahl von Messerangriffen aus. Die Einsatzkräfte mussten jedoch jüngst in Berlin-Wedding nach blutigen Auseinandersetzungen ein weiteres Todesopfer durch einen Messerstich melden.

In der Hauptstadt wurde die aktuelle Statistik der Berliner Polizei zu Bagatell- und Gewaltverbrechen durch Hieb- oder Stichwaffen veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der Messerangriffe im ersten Quartal des Jahres zurückgegangen. Insgesamt wurden in der Zeit seit Jahresbeginn "611 solcher Taten erfasst", wie die Pressestelle der Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte. Am Donnerstag endete laut Polizei im Ortsteil Wedding ein Streit mit einem Messerstich. Ein junger Mann wurde tödlich verletzt. 

Seit Jahren gehören sogenannte "Messer-Ereignisse" in ganz Deutschland sowie die entsprechenden Opfer, die teils schwerwiegende Verletzungen durch Messer, Macheten oder andere Stichwaffen erleiden, zu nahezu alltäglich gewordenen Gewaltverbrechen.

Dazu kommen regelmäßig auch Todesopfer. Die Berliner Polizeistatistik lautet für das erste Quartal des Jahres 2026 nach einer dpa-Anfrage folgendermaßen:

"Vom 1. Januar bis zum 31. März wurden 611 solcher Taten erfasst. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies ein Rückgang um etwa 27 Prozent (1. Quartal 2025: 839 Fälle)."

Zu den Opferzahlen lauten die im Welt-Artikel zitierten Angaben:

"Verletzt wurden dabei nach der Polizei-Statistik in den ersten drei Monaten des Jahres 211 Menschen. Ein Mensch starb, 36 wurden schwer verletzt. Mit leichten Verletzungen kamen nach den Daten 174 Geschädigte davon."

In den 106 bisher vergangenen Tagen des Jahres 2026 sind damit rein statistisch jeden Tag rund zwei Bürger in Berlin durch Stichwaffen attackiert und verletzt worden. Die genannten Zahlen würden laut Polizei allerdings "unter denen des Vorjahreszeitraums liegen", in dem im ersten Quartal 2025 "246 Menschen verletzt wurden, 37 von ihnen schwer". Zudem gab es im entsprechenden Vorjahreszeitraum bereits drei Todesopfer.

Das jüngste, den Angaben zufolge zweite Todesopfer in der Hauptstadt durch Messergewalt ist laut Medienmeldungen seit dem gestrigen Tag zu beklagen. So berichtet der rbb, dass "nach einer Auseinandersetzung in Berlin-Gesundbrunnen am Donnerstagabend ein Mann tödlich verletzt worden ist". Weiter heißt es:

"Der Vorfall ereignete sich laut Polizei gegen 20:15 Uhr. An dem Streit sollen mehrere Personen beteiligt gewesen sein. Zu eventuellen weiteren Verletzten konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Die Hintergründe sind noch unklar. Gerufene Polizisten konnten demnach anschließend einen Tatverdächtigen festnehmen."

Nach ersten Ermittlungen der Polizei "war ein Messer im Spiel", ergänzt die Bild-Zeitung. Das Alter und die Herkunft der Beteiligten "sind bislang nicht bekannt".

Am späten Abend des Vortags mussten die Polizeikräfte in den Bezirk Reinickendorf ausrücken. Hier kam es zu einem Ereignis mit Schusswaffen. Auf X heißt es dazu: 

"Am Ort wurden drei Männer mit Schussverletzungen entdeckt. Rettungskräfte versorgten sie zunächst am Ort und brachten sie dann in Krankenhäuser. Lebensgefahr besteht aktuell nicht. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen."

Zur Herkunft und zum Gesundheitszustand der verletzten Männer "im Alter von 30, 37 und 42 Jahren machten die Behörden keine Angaben", berichtet T-Online.

Eine Polizeisprecherin des Berliner Senats wies laut einem Artikel der Welt darauf hin, "dass sich auch im laufenden Jahr die Zahlen noch erhöhen können", da einige Fälle erst später in der Statistik erfasst würden. Unter dem Stichwort "Messerangriff" werden Taten erfasst und gelistet, "in denen ein Messer eingesetzt oder damit gedroht wurde". In der Hauptstadt sieht die Realität inzwischen wie folgt aus:

"Allein in der zurückliegenden Woche gab es laut Polizei mehrere solcher Fälle. So wurde nach den Angaben ein Mann in Moabit in der Nacht zum Mittwoch lebensgefährlich durch eine Messerattacke verletzt, als er einen Streit in einer Bar schlichten wollte. Rund eine Stunde zuvor wurde in Neukölln ein 31-Jähriger mit Schnitt- und Stichverletzungen auf einem Bürgersteig gefunden. Der Hintergrund war zunächst unklar."

In der Nacht zum 7. April trug ein 49-Jähriger "bei einem Streit in Friedrichshain Schnitt- und Stichwunden am Oberschenkel" davon. Im gesamten Jahr 2025 registrierte die Polizei in Berlin laut Kriminalstatistik "3.599 Fälle im Bereich 'Messerangriff'". Im Vergleich zum Vorjahr wäre dies nach den veröffentlichten Angaben eine Zunahme um 5,5 Prozent.

Bei der Hälfte der Ereignisse handelte es sich "um Drohungen", wobei "1.906 Verdächtige ermittelt" wurden. 86 Prozent waren demnach männlich, 56 Prozent hatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit.

Der Berliner Senat reagierte im Vorjahr mit der Einführung von drei sogenannten "Waffen- und Messerverbotszonen". Diese finden sich im Görlitzer Park und am Kottbusser Tor in Kreuzberg sowie am Leopoldplatz im Wedding. Im Welt-Artikel heißt es dazu: "Polizei und Senat sehen erste Erfolge."

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