Britischer Premier: Iran womöglich bei Fairford involviert

Nachdem aus den USA heftiger Protest kam, weil die fünf Männer, die bei Fairford festgenommen worden waren, auf Kaution freigelassen wurden, erklärte nun der britische Premierminister Andy Burnham, Iran könne mit dem Vorfall zu tun haben.

Der britische Premierminister Andy Burnham hat sich zum Vorfall bei Fairford, einem vor allem von der US-Luftwaffe genutzten britischen Militärflugfeld, geäußert. Er sagte gegenüber der BBC: "Zum gegebenen Zeitpunkt werden wir mehr sagen, aber wir können unsere Einschätzung bestätigen, dass wir davon ausgehen, dass Iran eine Rolle gespielt hat." Er betonte auch die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten: "Natürlich bleibt es eine laufende, komplexe und ernsthafte polizeiliche Ermittlung, und natürlich arbeiten wir eng mit unseren Kollegen in den Vereinigten Staaten zusammen."

Bei Fairford, das zwischen Oxford und Bristol im Südwesten Englands liegt, war am Sonntagmorgen Terroralarm ausgelöst worden, da eine Anwohnerin "drei verdächtige Fahrzeuge" in einem Dorf in der Nähe des Stützpunkts gesehen hatte. Allerdings hat sich die Vermutung, in den Fahrzeugen befinde sich Sprengstoff, nicht bestätigt. In den drei Lieferwagen, die mit einer Aufschrift eines Treibstofflieferanten versehen waren, befanden sich nur Ölfässer, die bis auf eines leer waren. In dem letzten befand sich Benzin. Ein Polizeivertreter, Laurence Taylor, sagte am Dienstagabend:

"Diese Fahrzeuge wurden gründlich untersucht, mit der Unterstützung militärischer Kräfte und forensischer Experten, und wir können bestätigen, dass keine selbstgebauten Sprengkörper gefunden wurden. Es wurde jedoch eine Menge an Benzin geborgen."

Die fünf am Sonntag festgenommenen Männer sind britische Staatsbürger im Alter zwischen 23 und 25 Jahren und stammen allesamt aus London. Vier von ihnen leben in Westminster, einer in Camden.

Am Montag wurden sie auf Kaution freigelassen, was sofort eine heftige Reaktion aus den USA auslöste. US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, wie "enttäuscht" er darüber sei, und US-Außenminister Marco Rubio sagte, an dem Vorfall seien "eindeutig die Hände eines ausländischen Akteurs beteiligt". In einem Interview mit Fox News am Montag beschuldigte er Iran direkt.

Burnham sagte gegenüber der BBC, die Regierung habe "mit unseren Amtskollegen in den USA die ganze Woche über geredet, um zu erklären, was hier passiert, wie die Dinge gemacht werden", und er habe "volliges Vertrauen in die Art, wie die britischen Sicherheitsdienste das handhaben". Eine Aussage, die erheblichen Druck von US-amerikanischer Seite erahnen lässt.

Inzwischen wurde bekannt, dass etwa eine Stunde vor dem Anruf einer Anwohnerin einer der fünf Verdächtigen selbst die Polizei gerufen hatte.

Am frühen Sonntagmorgen war im Umkreis von 400 Metern um die Fahrzeuge eine Absperrung eingerichtet worden, Sprengstoffroboter wurden eingesetzt. 84 Anwohner wurden vorsichtshalber evakuiert und die britischen Medien reagierten auf den Vorfall mit Live-Updates. Der Hintergrund des Ganzen ist, dass dieser britische Stützpunkt eine entscheidende Rolle bei den US-Angriffen auf Iran spielt – und damit ein legitimes Ziel einer iranischen Reaktion wäre. Nachdem eindeutig feststeht, dass mit diesen Fahrzeugen gar kein Anschlag hätte durchgeführt werden können, lautet eine der aktuellen Theorien in den britischen Medien nun, die ganze Geschichte sei eine Art Testlauf gewesen, und der echte Anschlag komme erst noch.

Allerdings kann das Vorhandensein mehrerer Benzinfässer in den Fahrzeugen auch einen ganz anderen Hintergrund haben – die steigenden Treibstoffpreise haben in Großbritannien zu einem massiven Anstieg an Benzindiebstählen geführt.

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