Ungarns Regierung verhandelt mit der Rumäniens über die Möglichkeit, Erdgas aus Russland bis Oktober 2027 mit Erdgas von rumänischen Gasfeldern zu ersetzen. Dies erklärte der ungarische Wirtschafts- und Energieminister István Kapitány. In einem Interview mit Telex erklärte er:
"Russisches Gas ist derzeit verfügbar, aber das rumänische Neptun-Deep-Feld könnte eine sehr kostengünstige Lösung sein. Wir verhandeln aktiv mit dem Unternehmen, das das Feld erschließen wird, sowie mit rumänischen Politikern."
Die Europäische Union plant, ab dem 1. Januar des kommenden Jahres ein vollständiges Verbot für Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus Russland zu verhängen – und die Pipeline-Gasimporte aus Russland, wie auch Ungarn sie betreibt, bis Herbst 2027 vollständig einzustellen. Kapitány erklärte, Budapest betrachte diese Entscheidung der EU als einzig politisch motiviert. Ungarn sei jedoch bereit, sie gegebenenfalls umzusetzen. Ministerpräsident Péter Magyar hatte zuvor seine Absicht bekräftigt, von der EU für Ungarn eine Entschädigung für die Ablehnung von Lieferungen aus Russland zu erwirken.
Dem Wirtschafts- und Energieminister zufolge ist zudem wichtig, sich schon jetzt LNG-Kapazitäten zu sichern, weshalb ungarische Unternehmen denn auch bereits jetzt Verträge abschließen. Dem fügte Kapitány zuversichtlich hinzu:
"Sollte sich die Lage tatsächlich so entwickeln, wie es derzeit aussieht, wird Ungarns Gasversorgung (bis Herbst 2027 – Anm. d. Red.) auch aus anderen Quellen gesichert sein."
Er merkte an, dass Russland derzeit Budapests wichtigster Gas- und Öllieferant bleibe, da diese Lösung eine durchaus wirtschaftliche sei. Moskau hat wiederholt darauf hingewiesen, dass man im Westen – in diesem Fall vor allem in Europa – einen schweren Fehler begangen habe, als man sich weigerte, Russlands Energieressourcen zu kaufen. Auch werde Europa dadurch aufgrund höherer Preise in Wirklichkeit noch abhängiger von Importen – zumal die Käufe fortgesetzt würden, nur neuerdings eben über Zwischenhändler.
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