Berlin und Brüssel bestellen russische Diplomaten ein – Europäische Vertreter bleiben in Kiew

Trotz der Warnung Russlands vor möglichen Angriffen auf Kiew werden Deutschland und die Europäische Union ihre diplomatischen Vertreter in der ukrainischen Hauptstadt lassen. Berlin und Brüssel bekräftigen diese Position gegenüber russischen Diplomaten. 

Der Aufruf Russlands an ausländische Bürger und Diplomaten, die ukrainische Hauptstadt zu verlassen, sorgt weiterhin für Empörung in Europa. Am Dienstag hat das Auswärtige Amt in Berlin den russischen Botschafter einbestellt. Laut dem Ressort zeige die "Drohung" Russlands, dass Wladimir Putin weiter auf Eskalation setze. Gezielte Angriffe auf diplomatische Vertretungen stellten einen schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar. Das ⁠Auswärtige ⁠Amt bleibe in ständigem Kontakt mit der deutschen Botschaft in Kiew und seinen Partnern. Die Sicherheit der Mitarbeitenden vor Ort habe höchste Priorität.

In einem Beitrag auf X schrieb das Außenministerium dazu, die Ukraine und ihre Unterstützer ließen sich nicht spalten und einschüchtern. Deutschland werde die Ukraine weiter kraftvoll unterstützen.

Seinen Protest gegenüber dem Ständigen Vertreter Russlands brachte auch der Auswärtige Dienst der Europäischen Union zum Ausdruck, berichtete Kommissionssprecherin Anitta Hipper auf X. Die russische "Drohung" sei eine inakzeptable Eskalation. Brüssel fordere Moskau auf, den Beschuss von Zivilisten zu beenden und einer vollständigen und bedingungslosen Waffenruhe zuzustimmen. Die EU-Delegation bleibe in Kiew.

Am 25. Mai hatte der russische Außenminister Sergei Lawrow seinen US-Amtskollegen Marco Rubio gewarnt, dass Moskau als Reaktion auf wiederholte Terrorangriffe der Ukraine mit systematischen Attacken auf militärische Ziele und "Entscheidungszentren" in Kiew anfange. In der Nacht zum 24. Mai führte die russische Armee einen "Vergeltungsschlag" gegen die Ukraine durch. Getroffen wurden mehrere militärische Objekte mit Oreschnik- und Iskander-Raketensystemen sowie mit Kinschal-Hyperschallraketen und Zirkon-Marschflugkörpern.

Der Angriff wurde als Antwort auf die Attacke der ukrainischen Streitkräfte auf die Berufsschule und das Studentenwohnheim in Starobelsk in der Volksrepublik Lugansk beurteilt. 21 Menschen kamen ums Leben, 65 wurden verletzt.

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